Aktuelles im NABU-Bezirk Gäu-Nordschwarzwald


Neues Insektenbestimmungscamp für Jugendliche geplant

NABU / NAJU Bugs Camp 2026

10.05.2026 - Unser neustes Projekt: Vier Tage lang auf der Suche nach Schmetterlingen, Wildbienen, Heuschrecken und Libellen. Hast Du Interesse an der vielfältigen Insektenwelt? dann nichts wie ab zum NABU / NAJU Bugs-Camp!

 

Exkursionen, Lagerfeuer, Nachtfang und vieles mehr für Jugendliche ab 12 Jahren in Eutingen im Gäu.

 

Weitere Infos unter 'Unsere Projekte - Bugs Camp'


Neue Fotogruppe gegründet

NABU-Klick

Horb, 23.03.2026 - Unsere neue Online-NABU-Fotogruppe geht an den Start! Gemeinsam arbeiten wir an einem Fotothema und schauen unsere 'Werke dann zusammen online an.  Weitere Infos sind im NABU-Netz unter: 

                    NABU-Klick: Fotogruppe... | NABU-Wiki 

 

oder hier unter dem Reiter 'Unsere Projekte'

 

Unser erstes Thema heißt 'Vielfalt im Garten'! Sende Deine drei besten Bilder dazu ein unter [email protected]  bis zum 22.April 2026 ein und betrachte gemeinsam mit allen anderen Fotografierenden die Bilder zum Thema am 29. April ab 19 Uhr online.


Landtagswahl 2026

Exkursion zu NABU-Projekten im Kreis Böblingen mit den Landtags-Kandidierenden

 

Böblingen, 04.03.2026 - Bei unserer Rundfahrt zu drei Naturschutz-Projekten im Kreis Böblingen haben wir alle Kandidierenden von CDU, Grüne, SPD und FDP eingeladen. Frau Ministerin Thekla Walker, MdL Peter Seimer, Regina Dvořák-Vučetić und Albrecht Stickel waren dabei.

Die drei besuchten Flächen sind Beispiele für gelungene Naturschutzprojekte die gemeinsam mit NABU-Aktiven, der örtlichen Verwaltung sowie durch politische Unterstützung entstehen konnten. Alle drei Projekte finden auf durch die Kommune bereitgestellten Flächen statt und beruhen auf Ideen und der Kompetenz der Lokalen Naturschützer. Wir möchten in diesem Zuge allen Beteiligten – in den jeweiligen Verwaltungen und in der Politik- danken.

 

Das heutige Naherholungsgebiet Mühlberg bei Renningen-Malmsheim ist auf einem renaturierten Steinbruch- und Erddeponiegelände auf Initiative des NABU, der Stadt Renningen und anderen Beteiligten entstanden. Heute befindet sich dort u.a. eine größere Streuobstwiese mit alten Baumsorten, die vom Obst- und Gartenbauverein Malmsheim betreut wird. Der NABU hat die Pflege des Tümpels und des Geländes rund um die Felswandnase übernommen und sorgt dort für ein abwechslungsreiches Biotop mit Hecken und Naturwiesen. Das restliche Gelände wird naturnah beweidet. Auf Exkursionen wurden im gesamten Mühlberggelände deutlich über 30 Vogelarten gesichtet. Ebenso leben dort seltene Amphibien wie Kammmolche, Wechselkröten und Gelbbauchunken.

 

An der Ostelsheimer Steige in Weil der Stadt wurde die Idee des NABU Weil der Stadt umgesetzt und ein nicht mehr benötigter PKW-Stellplatz entsiegelt und mit einer bunten Saat gegrünt. Etliche Elemente, die den Lebensraum für Wildbienen attraktiv machen, wurden angelegt. Die Wildblumenfläche auf dem ehemaligen Parkplatz hat sich sehr gut entwickelt. Viele unterschiedliche heimische Blühpflanzen sorgen für ein buntes Bild von März bis in den November.

 

Im Maurener Tal bei Holzgerlingen wurde eine Ausgleichsfläche der Stadt mit fachlicher Beratung durch den NABU als Kiebitz-Lebensraum gestaltet, der gut angenommen wird. Vor Ort konnten drei sehr agile Kiebitze beobachtet werden. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Forst und NABU klappt hier hervorragend und wir sind froh, das Projekt begleiten zu dürfen.

 

Landschaftspflege, Artenschutz und Entsiegelung – drei Themen, die hier gemeinsam erfolgreich umgesetzt wurden! Die Exkursion war sicherlich ein ‚Wohlfühltermin‘ für alle Beteiligten im Endspurt des Wahlkampfes und wir hoffen dadurch positive Impulse des Naturschutzes in den künftigen Landtag in Baden-Württemberg einbringen zu können.


Unsere Kritik an den 'Ausgleichsmaßnahmen'

Bericht aus dem Gäuboten vom 07.10.2024


Sicherer Umgang mit der Motorsäge für Aktive

NABU-Schulung in Eutingen

09.2024, Eutingen im Gäu – Mitte September hörte man im Wald zwischen Mühlen (b. Horb) und Eutingen gleich vierzehn Motorsägen auf einmal. Genau so viele Teilnehmende zählte der vollbesetzte Kurs, den der NABU für seine ehrenamtlich Aktiven veranstaltete. Dafür haben sich die zwei NABU-Regional-geschäftsstellen Gäu-Nordschwarzwald und Neckar-Alb zusammengetan und ein dreiköpfiges Referententeam an Bord geholt. Ihre jahrzehntelange Erfahrung teilten Markus Rotzal, Jörg Illi und Daniel Proske gerne mit den NABU-Naturschützenden. Das Ziel: Ehrenamtliche fit machen für die sichere Landschaftspflege. Auf einen Theorie-Abend folgten eineinhalb Tage der praktischen Anwendung am Baum, bei der Gerätewartung und der Unfallverhütung. Am Ende stand eine Abschlussprüfung: Wer zeigte, dass er den sicheren Umgang mit seiner Säge beherrscht, erhielt das Zertifikat für den anerkannten Grundlehrgang.

Weitere Infos hierzu finden Sie hier.

 


Mähwiesen - Schätze unserer Kulturlandschaft

Die Kritik am Schutz der 'mageren Flachland-Mähwiesen', der aufgrund europarechtlichen Vorgaben zurecht besteht, wird immer lauter. Warum die Wiesen plötzlich schützenswert sind und welche Vorgaben zu beachten sind, haben wir zusammengestellt und in einer öffentlichen Begehung erläutert.

Damit möchten wir auch bewusst einigen nicht korrekten Darstellungen in den Medien entgegenwirken.

 

Alle infos dazu finden Sie hier.


Schottergärten - graue, tote Gruselflächen!

Sieben Fakten zum garstigen Gartentrend – so lassen sich Schottergärten zurückbauen

 

Stuttgart – Reichlich Schotter auf dem Bankkonto ist ein Grund zum Jubeln, auch für Naturschützerinnen und Naturschützer. Aber ein Schottergarten ist für sie ein Albtraum. Warum sich der Trend zum Schottergarten auf falschen Tatsachen entwickelt hat und wie sich eine graue Steinwüste zurückbauen lässt – NABU-Gartenexpertin Aniela Arnold erklärt die Fakten, und warum sich der Rückbau für die Artenvielfalt und auch für die Gartenbesitzenden selbst lohnt.

 

Fakt 1: Schottergärten sind teuer und pflegeintensiv

 

Pflegeleicht? Von wegen: Schotterflächen muss man außerdem regelmäßig von Blättern und Pflanzenaufwuchs befreien. Dies geschieht oft mit dem Laubbläser oder Hochdruckreiniger. Die Geräte sind laut, verbrauchen viel Energie und schaden Kleinstlebewesen. Kies und Steine können mit der Zeit Moos und Algen ansetzen, was ungepflegt wirkt. Wird die Fläche nach einigen Jahren unansehnlich, muss sie komplett abgetragen, der Kies gewaschen, das Vlies unter dem Kies erneuert und der saubere Kies wieder aufgelegt werden. Auch das ist teuer, aufwändig und verbraucht noch mehr Energie. Und die Anlage eines Schottergartens ist auch nicht billig.

 

Fakt 2: Schottergärten sind Hitzeinseln

 

Im Sommer erhitzen sich die Steine und strahlen die Wärme dann nachts ab. Schotterflächen können Wasser schlechter speichern. Meist fehlen zudem die Pflanzen, die das Wasser über ihre Blätter verdunsten sowie Schatten spenden. Der Kühlungseffekt solcher Flächen ist daher gleich null. Zudem fehlen Pflanzen mit Blättern, die feine Staubpartikel aus der Luft filtern können, Staub und Stickstoffdioxid reichern sich an. Auf der Steinwüste ohne Vegetation wird Straßenlärm nicht abgemildert, sondern verstärkt.

 

Fakt 3: Unter Schotter regen sich keine Regenwürmer

 

In einer Handvoll Bodenerde tummeln sich normalerweise mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Doch in Schottergärten leidet das Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit geht verloren. Der Boden ist verdichtet und durch Folie und Vlies von der Luft abgeschnitten. Regenwürmer und andere Bodenlebewesen finden keine Nahrung. In der fortschreitenden Klimakrise sind Schottergärten zusätzlich kontraproduktiv. Starkregen kann auf versiegelten Flächen zum Problem werden. Regenwasser versickert nur langsam und so steigt das Risiko für Überschwemmungen, da die Kanalisation die Wassermassen nicht fassen kann. Zudem gehen die Grundwasservorräte leer aus. In vielen Kommunen gelten Schottergärten als versiegelte oder teilversiegelte Flächen und es fallen zusätzlich Abwassergebühren und eventuell eine höhere Grundsteuer an.

 

Fakt 4: Nicht alle Steingärten sind ein Problem

 

Steine können im Garten ein wichtiges Gestaltungsmittel sein, etwa als Trockenmauer oder Wegebelag. Fachgerecht angelegte, naturnahe Kiesgärten oder alpine Steingärten etwa sind meist sehr pflanzen- und artenreich. Verzichtet man auf Folie, kann Wasser im Boden versickern. Solche Gärten beherbergen spezialisierte Pflanzen, die naturgemäß an sonnigen, trockenen, humus- und nährstoffarmen sowie wasserdurchlässigen Extremstandorten vorkommen, zum Beispiel auf natürlichen Trockenstandorten wie Trockenrasen oder in Kiesgruben und Steinbrüchen.

 

Fakt 5: Schottergärten sind verboten

 

Die Anlage von Schottergärten widerspricht der Landesbauordnung und dem Naturschutzgesetz. Nach der Landesbauordnung müssen nicht überbaute Flächen von bebauten Grundstücken Grünflächen sein (§ 9). Auf diese Vorgabe bezieht sich auch § 21a Landesnaturschutzgesetz. Die Bestimmung schreibt zudem vor, dass Gartenflächen insektenfreundlich und wasseraufnahmefähig zu gestalten sind.

 

Fakt 6: Zurück zu den Wurzeln: Grüne Gärten

 

Weil Schottergärten gegen die Landesbauordnung verstoßen – und das seit 1995 – sind seitdem gebaute Anlagen illegal und unterliegen grundsätzlich einer Rückbaupflicht. Immer mehr Kommunen machen Ernst, so etwa Karlsruhe, Ulm, Pforzheim oder Mannheim. Denn Steinwüsten konterkarieren wichtige Maßnahmen zum Klimaschutz in den Städten, die sich immer weiter aufheizen. Einige Kommunen fördern den Rückbau finanziell oder bieten Informationen, wie die Stadt Lörrach. Wer blühende Stauden, Bäume, Hecken und andere grüne Elemente in den Garten zurückzuholen, verbessert das Mikroklima, bietet Tieren Nahrung und Lebensraum, beugt Überschwemmungen vor und sorgt optisch für Vielfalt. Wer klare Formen mag, kann seinen Garten trotzdem gut strukturieren, zum Beispiel durch Hecken und Wege.

 

Fakt 7: Rückbau in wenigen Schritten möglich

 

„Durch die richtige Bepflanzung mit heimischen Sträuchern und Blumen bieten selbst kleine Vorgärten vielen Tieren einen Lebensraum. Schaffen Sie eine Naturoase direkt vor der Haustüre und leisten Sie damit Ihren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt“, wirbt Aniela Arnold für den Rückbau von Schottergärten. Dieser lässt sich im Ganzen oder in Teilschritten umsetzen. Ein Haufen Schotter kann zum Reptilienversteck werden, das Vlies darunter wird entfernt und die restlichen Steine werden mit Sand und Kompost vermischt. Danach kann gesät oder bepflanzt werden. Besonders gut gedeihen auf solchen Flächen Steingartenpflanzen und trockenheitsverträgliche Wildstauden.

 

 


Der NABU ist jetzt in Ölbronn-Dürrn aktiv!

Tümpel in Ölbronn-Dürrn
Tümpel in Ölbronn-Dürrn

08.12.2023 - Ölbronn-Dürrn: Einer neue NABU-Gruppe ist in Ölbronn-Dürrn 'am Start'! Mehrere im Naturschutz Aktive Menschen haben sich zusammengefunden um eine neue Naturschutz-Gruppe unter dem Dach des NABU-Verbandes zu gründen. Bereits Anfang November wurden alle NABU-Mitglieder zum Vortragsabend über heimische Amphibien eingeladen - und überraschend viele Interessierte stellten sich ein.

Am 08.12.2023 hat sich nun der NABU Ölbronn-Dürrn offiziell gegründet.

Wir wünschen den Aktiven ganz viel Erfolg bei ihrem Vorhaben! Weitere Infos zur neuen Gruppe gibts hier.

 


Große Protestdemo vor der Naturschutzbehörde Böblingen

02.03.2023 - Rund 50 Menschen haben vor dem Landratsamt Böblingen für mehr Engagement der Behörde im Naturschutz demonstriert. Viele Mitglieder des NABU, des BUND, Bündnis 90-die GRÜNEN, dem LNV-Arbeitskreis Böblingen, Fridays for Future, Omas for Future und viele weitere besorgte Bürgerinnen und Bürger haben mit großen Plakaten ihren Unmut deutlich gezeigt.

Der Naturschutz  im Kreis Böblingen wird häufig nicht ausreichend berücksichtigt, so der Vorwurf der mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis untermauert wurde (Liste siehe unter Downloads). Die Behörde kümmere sich in vielen Fällen nicht ausreichend um die Schutzwürdigkeit von vor Ort nachgewiesenen gefährdeten Arten und den Erhalt von geschütztem Streuobstbestand. Die Behörde muss wieder der in ihrer Bezeichnung genannten Aufgabe nachkommen, vorrangig die Natur, die Arten zu schützen, nicht die Wohnbaupläne der Gemeinden.

Vertreter der Verwaltung konnten den Unmut nicht nachvollziehen und sahen keine Versäumnisse in ihrem Hause. Viele Teilnehmenden waren durch die nicht vorhandene Einsicht der Behördenvertreter und deren sture Ignoranz entsetzt und kündigten an wiederzukommen, sollte der Wert des Naturschutzes zukünftig nicht gesteigert werden.

So viele Menschen zu dieser Zeit mobilisiert zu haben, überraschte die Organisatoren sehr positiv und unterstreicht deren Anliegen deutlich!

Download
Maengelliste Naturschutz Böblingen.pdf
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Bilder der Veranstaltung von D. Toskano


Unsere Stellungnahmen sind online!

Die Sichtweisen und Kenntnisse des NABU ganz transparent!

21.02.2023 - Viel Arbeit stecken wir in die Beurteilung der Planungen von Kreisen und Gemeinden in unserem Bereich. Einige Vorhaben werden sorgfältig und nachhaltig geplant, was uns sehr freut. Andere jedoch gehen mit unserer Natur, mit den Flächen und Artvorkommen so rücksichtslos um, als ob das Thema keinerlei Bedeutung hat und die rechtlichen Vorgaben zum Schutz unserer Natur reine Prosa darstellen.

 

Wir haben uns dazu entschlossen, unsere Stellungnahmen hier zu veröffentlichen und je nach Verfahren auch kurz zu kommentieren.

 

Zur Sammlung unserer Werke geht es hier.

 

Vielen Dank an all die, die uns hierbei mit viel Fachwissen und Zeit unterstützen. Ohne diese ganze 'Schaar an Aktiven' wären viele Stellungnahmen nicht zustande gekommen!


Hoher Besuch im Bezirk!

NABU Präsident Jörg-Andreas Krüger und Staatssekretär          Andre Baumann am 01.Mai zu Besuch in Eutingen

NABU Präsident Jörg-Andreas Krüger mit Eberhard Kläger
NABU Präsident Jörg-Andreas Krüger mit Eberhard Kläger

Eutingen, 01.05.2022 - Nach zweijähriger Pause konnte der NABU Eutingen wieder das traditionelle 1.Mai-Fest am Wachhäusle feiern. Diesmal hat sich hoher Besuch eingestellt: Der NABU Präsident Jörg-Andreas Krüger kam mitsamt Matthias Laurisch, aus der NABU Verbandsentwicklung aus Berlin angereist.

Auch Staatssekretär Dr. Andre Baumann, ein 'alter Bekannter' auf dem Gelände, gesellte sich spontan dazu.

Im Gespräch mit mehreren NABU Gruppenvorständen wurde dem NABU-Präsident die konkrete Arbeit vor Ort und die Probleme der engagierten Naturschützer erläutert. Er versprach so manche Themen mit nach Berlin zu nehmen und nach Lösungen zu forschen.

Mit gewohnt guten Speisen und Getränken, mit Live-Musik und vielfältigen Infos war das Fest wieder ein voller Erfolg.



Aktuelles Thema

Plastik in der Umwelt

Probleme für zukünftige Generationen

Kunststoffe in ihrer Vielfalt umgeben uns ständig und überall. Stabil, vielfältig, leicht, günstig – wir begegnen ihnen stündlich. Auch an Stellen, an denen sie nicht sein sollten: An fast jedem Strand weltweit wird Müll angespült, im Gletschereis und in unserem Grundwasser können heute Kunststoffe nachgewiesen werden.  Bezeichnend ist hier, dass keine dieser ‚Endlager‘ beabsichtigt waren, sondern alle durch unbedachten Umgang mit den Kunststoffen entstanden sind. Laut einer Studie im Auftrag des NABU werden in Deutschland jährlich 13.250 Tonnen Kunststoffe unbeabsichtigt in die Umwelt emittiert. Auf die Fläche des Enzkreises und Pforzheim beispielsweise herunter gerechnet, beträgt der jährliche Kunststoffmüll hier ca. 26 Tonnen! Und der überwiegende Anteil davon ist nicht mehr rückholbar!

Plastik zersetzt sich z.B. durch UV-Strahlung zu immer kleineren Partikeln, die sich in Mikro- oder Nanogröße im Boden anreichern und teilweise in das Grundwasser gelangen. Neben dem achtlos weggeworfenen Müll spielen der Abrieb von Reifen, land- und forstwirtschaftliche Folien aber auch die Kunststoffhülle von Düngemitteln und Saatgut eine zentrale Rolle. Die Kläranlagen schaffen es, rund 90 % des Mikroplastiks aus dem Abwasser herauszufiltern und damit die Gewässer zu schonen. Der Kunststoff verbleibt im Klärschlamm und gelangt so häufig als vermeintlichen Dünger auf landwirtschaftliche Flächen. Direkte Auswirkungen der Vermüllung unserer Landschaft ist beim Storch dokumentiert: Der Storch hat ein breites Nahrungsspektrum und sammelt Würmer, Schnecken, Mäuse und auch gelegentlich Aas für den Nachwuchs im Nest. Er kann nicht unterscheiden zwischen einem Regenwurm und einem ‚Schnurwurm‘. Eine Studie aus Spanien ergab, dass 63% der Jungstörche Plastik im Magen hatten. Wird dieses nicht ausgeschieden, verhungern die Vögel qualvoll mit vollem Magen. 

 

Noch relativ unbekannt ist die Stoffgruppe der ‚polyfluorierten Chemikalien‘, die in Imprägniermitteln, in Beschichtungen von z.B. Papier und anderen Materialien breite Verwendung finden. Die Auswirkungen dieser unsichtbaren künstlichen Stoffe sind noch sehr wenig bekannt. Einige Nutzpflanzen können diese Verbindungen aufnehmen und in den Nahrungskreislauf des Menschen bringen.

 

Klar ist aber, dass alle Kunststoffe nicht natürlich vorkommen und noch vor wenigen Jahrzehnten in unserer Umwelt auch nicht vorkamen. Kein Kunststoff kann biologisch abgebaut werden, er wird lediglich weiter fragmentiert und verschwindet so aus unseren Augen. Auch die ‚Bio-Kunststoffe‘, die vermehrt in den Kompostwerken auftauchen schaffen das nicht nachweislich. Sie werden schneller fragmentiert, tragen aber nicht zur Struktur oder zur Nährstoffversorgung der Pflanzen bei.

 

‚Für beide Stoffgruppen hat die Technikfolgenabschätzung versagt. Wir hinterlassen kommenden Generationen Stoffe, die sie nicht mehr ohne weiteres aus der Umwelt entfernen können‘ – so eine zentrale Aussage der Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt, 2021. Der stets erwähnte ‚Nachhaltigkeitsauftrag‘ für kommende Generationen wird hier sträflich ignoriert.

 

Das Ausbringung von kunststoffhaltigen Materialien -wie Klärschlamm- auf landwirtschaftlichen Flächen, kann sicherlich nicht als gute fachliche Praxis bezeichnet werden.

 


NABU-Naturtelefon für Natur-Interessierte

kompetente telefonische Beratung für alle - auch für Dich!

Das Interesse an Themen rund um den Natur- und Umweltschutz steigt rasant an. Viele Menschen auch zwischen Neulingen / Enzkreis und Empfingen, Kreis Freudenstadt, zwischen Bad Wildbad und Böblingen melden sich beim NABU, um Beratung „zu einem bunten Reigen von Themen zu erhalten, der immer größer wird“, berichtet Markus Pagel vom NABU Gäu-Nordschwarzwald.

„Es reicht vom aufgefundenen Wildtier über die Frage nach den bestgeeigneten Heckenpflanzen für Vogelbruten über Nistkästenbaupläne bis hin zu Fledermauskästen, Igelburgen und Krötenzäunen, der nächst erreichbaren NABU-Gruppe oder -Kindergruppe und Infos zum Vogel des Jahres, Info-Materialien zum Klimawandel und dem Meeresschutz – und noch viel weiter.  Von besonderem Interesse sind in diesen Tagen die Themenbereiche Igel und Winterfütterung für Vögel. Sogar die Frage, welche Weichenstellungen für einen schmetterlingsfreundlichen Garten bereits jetzt vorgenommen werden können, spielt eine Rolle. Das freut uns sehr, denn es zeigt, wie stark der Natur- und Umweltschutzgedanke bei den Menschen angekommen ist und als Überlebensnotwendigkeit gesehen wird. Und: Dass die Menschen Spaß dabei haben, etwas Praktisches für den Naturschutz zu tun. Hier dürfte auch ein neuer, geradezu historischer Höchstwert des Natur-Interesses erreicht worden sein, wie sich auch an den Nachfragen zu den NABU-Besucherzentren und Nationalparkhäusern zeigt.“

Der NABU Gäu-Nordschwarzwald kann daher auf eine wesentliche Neuerung hinweisen, die wochentags eine kompetente Beratung in Fragen des Natur- und Umweltschutzes bietet: Der NABU-Bundesverband hat die „NABU-Naturtelefon“ eingerichtet; diese ist montags bis freitags jeweils von 9 bis 16 Uhr unter der Rufnummer

 

030 – 284 984 6000

erreichbar.

„Alle Naturbegeisterten und Engagierten sollten sich diese Nummer notieren – als direkten Draht zum Naturschutz, als kompetenter Info-Hotline des NABU“, ruft Pagel auf.